Baum des Jahres 2026: Die Zitterpappel
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© Klaus Schultheiß

Vortrag zum Baum des Jahres 2026: Die Zitterpappel

Daniel Heinrich stellt die Zitterpappel oder Espe am Donnerstag, dem 22. Oktober 2026, 18 Uhr, in der Geraer Bibliothek in Wort und Bild vor

Die Gehölzfreunde in der Gesellschaft von Freunden der Naturwissenschaften in Gera e. V. laden wieder zu der Traditionsveranstaltung zum Baum des Jahres in die Bibliothek am Puschkinplatz ein. Für 2026 ist es die Zitterpappel oder Espe (Populus tremula). Vorgestellt wird sie von Daniel Heinrich, Revierförster vom Forstamt Weida und Leiter des Jugendwaldheims Gera-Ernsee.

"Zittern wie Espenlaub" ist ein gängiges Sprichwort. Es nimmt Bezug auf die bei schon beim geringsten Windhauch "zitternden" Blätter. Diese charakteristische Eigenschaft der Espe wird verursacht durch die langen dünnen, seitlich zusammengedrückten Blattstiele, die eine auffällige und hörbare Bewegung der Blattspreiten bewirken. Die Espe ist von Europa bis nach Ostasien und Nordafrika, vom Tiefland bis in die Gebirge weit verbreitet. In Mitteleuropa ist sie die häufigste Pappelart und dazu eine ausgesprochene Pionierbaumart: anspruchslos und anpassungsfähig an die Bodenverhältnisse. Die Vermehrung erfolgt durch Wurzelausläufer und durch die vom Wind verwehten watteartigen Samen. Sie gehört zu den am schnellsten wachsenden Baumarten, ist lichtbedürftig, aber nur kurzlebig. Die Espe ist zweihäusig: männliche und weibliche Blüten kommen auf getrennten Bäumen vor. Für in Mitteleuropa heimische Schmetterlinge ist die Zitterpappel eine der wichtigsten Futterpflanzen. So leben etwa die Raupen von attraktiven und stark gefährdeten Tagfaltern, wie die des Großen Eisvogels, des Großen Fuchs und des Kleinen Schillerfalters an diesem Baum. Pappelholz ist sehr leicht und findet vielfache Verwendung für Sperrholz, die Streichholz- und die Zellstoffherstellung, als Biomasse auch für die Energieproduktion. Früher wurden aus Rinde und Blättern schmerzstillende und fiebersenkende Medikamente bereitet, bedingt durch den relativ hohen Anteil an Salicylsäure. Daniel Heinrich hat noch vieles Interessantes mehr zu berichten, unter anderem über die amerikanische Verwandtschaft der Zitterpappeln.

Der Eintritt ist frei. Mehr Informationen zur Bibliothek unter: biblio.gera.de

Bild: Zitterpappeln im Geraer Hofwiesenpark von Klaus Schultheiß