Buchvorstellung: Jeannette van Laak – Das Exil im Gepäck. Die Lebenswege der Grafikerin Lea Grundig
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Gera, Orangerieplatz 1
Kunstsammlung Gera – Orangerie
Buchvorstellung: Jeannette van Laak – Das Exil im Gepäck. Die Lebenswege der Grafikerin Lea GrundigBuchvorstellung: Jeannette van Laak – Das Exil im Gepäck. Die Lebenswege der Grafikerin Lea Grundig
© Jeannette van Laak

Die Kunstsammlung Gera lädt in die Orangerie ein. Dort stellt Jeannette van Laak ihr Buch „Das Exil im Gepäck. Die Lebenswege der Grafikerin Lea Grundig“ vor.

Die Nationalsozialisten verfolgten die jüdisch-deutsche Grafikerin Lea Grundig (1906–1977) als Jüdin und Kommunistin und vertrieben sie aus Deutschland. 1940 gelangte sie auf abenteuerlichen Wegen nach Palästina. Sie gehörte zu den Ersten, die die Berichte über den Judenmord in Bilder übersetzten. Das war lange bevor es Fotografien aus den befreiten NS-Lagern gab. Außerdem illustrierte sie mehr als 20 hebräische Kinder- und Jugendbücher.

1948 wanderte sie erneut aus und kehrte ins Land der Täter zurück. Viele ihrer jüdischen Freunde waren davon überrascht. Ab 1949 lebte sie wieder in ihrer Geburtsstadt Dresden und wurde dort Professorin für Grafik an der Hochschule für Bildende Künste. Weil sie im Westen im Exil gewesen war, begegneten ihr viele SED-Funktionäre mit Misstrauen. Mit ihren Erinnerungen „Gesichte und Geschichte“ gelang es ihr schließlich, sich als treue Kommunistin in die Memoirenliteratur der DDR einzuschreiben. Ihre jüdische Herkunft verleugnete sie dabei nicht.

Die reich bebilderte Biografie zeichnet die Lebenswege Lea Grundigs nach. Der Schwerpunkt liegt auf den Jahren 1938 bis 1958. Das Buch erzählt von ihrer Vertreibung aus Deutschland, ihrem Leben in Palästina und in der frühen DDR. Es geht um Aufbrüche und Ankünfte und um das, was Migration nimmt und gibt. Dabei hinterfragt die Autorin scheinbar eindeutige Begriffe wie Flucht, Emigration und Exil. So entsteht das Porträt einer umstrittenen, eigensinnigen und sensiblen Künstlerin, einer modernen, unbehausten Frau des 20. Jahrhunderts.

Jeannette van Laak hat Geschichte, Germanistik und Philosophie studiert. Sie lehrt Geschichtsdidaktik und Public History an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und an der Universität Leipzig.