Lichtbildarena: Das Donaudelta
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Jena, Ernst-Abbe-Platz Jena
Ernst-Abbe-Platz Jena und Foyer im Campus der Friedrich-Schiller-Universität Jena
© Dr. Christoph Robiller
Sehnsuchtsort am Schwarzen Meer
Wer an Europas letzte große Wildnis denkt, hat meist Bären in Rumänien, die Tundra Lapplands oder die Highlands von Schottland vor Augen. Kaum jemand denkt an das Donaudelta. Dabei verbirgt sich dort, wo die Donau nach fast 3.000 Kilometern ins Schwarze Meer mündet, eine Landschaft, die wirkt, als hätte jemand einen ganzen Kontinent vergessen zu zähmen.
Ein Labyrinth aus Wasserarmen, Schilfmeeren, Sümpfen, Sanddünen und uralten Wäldern. Keine Straßen, kaum Siedlungen, dafür Pelikane in beeindruckender Zahl, seltene Reiher, Wildpferde, Schlangen, Fischotter und mehr als 320 Vogelarten. Wer hier unterwegs ist, merkt schnell: Das Donaudelta spielt in seiner ganz eigenen Liga. Es ist einer der artenreichsten und zugleich ursprünglichsten Naturräume Europas.
Für den Arzt und Naturfotografen Dr. Christoph Robiller begann die Geschichte mit einem Kindheitstraum. 1996 paddelte er erstmals mit dem Faltboot durch das Delta. Was als Abenteuer begann, wurde zu einer lebenslangen Leidenschaft. Mehr als zwanzig Mal kehrte er zurück, verbrachte insgesamt über 45 Wochen in den abgelegenen Schilflandschaften und dokumentierte mit unglaublicher Geduld die dortigen Tiere und ihre Verhaltensweisen. Seine Aufnahmen wurden unter anderem für Fernsehproduktionen und Naturdokumentationen genutzt.
Aus dieser jahrzehntelangen Leidenschaft entstanden schließlich zwei Bücher, die seine einzigartigen Erfahrungen und Erkenntnisse über das Donaudelta einem breiten Publikum zugänglich machten. Beide Werke verbinden eindrucksvolle Naturfotografie mit fundiertem biologischem Wissen und persönlichen Erlebnisberichten aus einer der letzten großen Wildnisregionen Europas.
Mit seinen Büchern hat Dr. Christoph Robiller nicht nur ein wissenschaftlich wertvolles Werk geschaffen, sondern auch dazu beigetragen, das Bewusstsein für den Schutz dieser außergewöhnlichen Naturlandschaft zu schärfen.
Mit faszinierenden Bildern und persönlichen Geschichten nimmt Christoph Robiller sein Publikum mit in eine Welt, die näher liegt, als die meisten denken, und doch wirkt wie das Ende der Zivilisation. Gleichzeitig erzählt er von den Herausforderungen dieser einzigartigen Region: vom Spannungsfeld zwischen Naturschutz und den Menschen, die dort leben, von wirtschaftlichen Sorgen und davon, warum selbst Europas letzte Wildnis keine Selbstverständlichkeit ist.
Eine Reise in eine Landschaft, die staunen lässt – und die man so schnell nicht wieder vergisst. Nur wenige Menschen bekommen sie je zu Gesicht.
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