Ramona Wuttig schreibt nicht über ein fernes gesellschaftliches Problem, sondern über ihr eigenes Leben. Über Armut, Herkunft, Scham und darüber, wie schwer Aufstieg sein kann, wenn anderen vieles leichter zufällt. Genau das macht ihre Lesung so besonders: Sie spricht nicht von außen über soziale Ungleichheit, sondern aus eigener Erfahrung.
Bekannt ist die Thüringerin vielen durch ihren Account „klasse.gesellschaft“, auf dem sie über Arbeiterkind-Erfahrungen, Armut, soziale Herkunft und politische Fragen spricht. Dort setzt sie sich mit einem Thema auseinander, das oft verdrängt oder beschönigt wird. In „Aller Aufstieg ist schwer“ führt sie diese Auseinandersetzung weiter – persönlich, klug und mit einem Blick für die feinen Unterschiede zwischen dem, was Menschen erleben, und dem, was die Gesellschaft ihnen darüber erzählt.
Es geht um Bildungswege, um Anpassung, um Scham und um die stillen Regeln, die längst nicht für alle gleich sind. Und es geht um die bequeme Erzählung, jeder könne es schaffen, wenn er sich nur genug anstrenge. Ramona Wuttig zeigt, warum diese Vorstellung oft an der Wirklichkeit vorbeigeht – und warum es wichtig ist, genauer hinzusehen.
Wer montags Lust auf einen ehrlichen, gegenwärtigen und nachwirkenden Abend hat, sollte sich diesen Termin nicht entgehen lassen.Jeden Montag Kultur, Gespräche, StadtlebenMit dabei: Getränke, Gegrilltes, VeganesEintritt: 0,00 €