Wie klingt Zeitz – Innenstadt wird mit „Stimmen“ zum Opernschauplatz
Zeitz, Innenstadt
Innenstadt Zeitz
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Eine Feuerwehrsirene. Ein Alphorn. Chorstimmen. Ein Saxophon. Trommeln. Eine Gießkanne. Ein Kochtopf. Was zunächst klingt wie eine ziemlich ungewöhnliche Sammlung von Geräuschen, wird zu Musik. Die Idee dahinter ist gar nicht so neu, denn schon der Kapellmeister Heinrich Schütz ließ Stimmen nicht einfach dasselbe singen. In seiner Polyphonie treten unterschiedliche Stimmen miteinander in Beziehung: Sie kommen nacheinander hinzu, antworten einander, überlagern sich und ergeben zusammen ein größeres Ganzes. Vielleicht lässt sich „STIMMEN“ als eine ganz eigene, zeitgenössische Form solcher Polyphonie verstehen. Nur, dass diesmal nicht allein ausgebildete Sänger und Sängerinnen beteiligt sind und, dass neben Stimmen auch Trommeln, Motoren, Sirenen, Glocken, Instrumente und die Geräusche des Alltags ihren Platz bekommen. Menschen, die seit Jahrzehnten Musik machen, und solche, die vielleicht zum ersten Mal vor anderen singen. Jede und jeder mit unterschiedlichen Geschichten und unterschiedlichen Ansichten. Sie alle bringen etwas mit. Eine Stimme. Einen Rhythmus. Ein Geräusch. Eine Erinnerung. Und aus diesen vielen einzelnen Stimmen entsteht etwas Gemeinsames „STIMMEN” ist eine begehbare Stadtoper, die am 3. Oktober 2026 ab 18.30 Uhr die gesamte Innenstadt von Zeitz in eine lebendige Partitur verwandelt. An unterschiedlichen Orten – auf Türmen, in Kirchen, an leerstehenden Häusern, auf Plätzen, in Gassen und in Höfen – entstehen gleichzeitig musikalische und szenische Ereignisse, die das Publikum wandernd erlebt. Niemand kann alles sehen oder hören, jede und jeder komponiert sich seinen eigenen Weg durch die Stadt. Alle Stimmen kommen am Ende auf dem ZEKIWA-Areal zusammen.
Initiiert wird das Projekt vom Künstler Lutz-Rainer Müller und der Musikerin Nici Palm im Rahmen des Reallabors ZEKIWA Zeitz und gemeinsam mit den Menschen der Stadt umgesetzt und so gehören unter anderem GSG Chor, Ukrainischer Chor, Gospelchor Celebrate Zeitz, Zeitzer Biker, Nandico (Horn), Friedrich Hensen (Komponist), Anna Magdalena Bach Musikschule Zeitz, Historische Feuerwehr, Henrik Wöhler und Florian Kästner (Pianist), Stefan Köhler (Cello), Philipp Baumgarten, Percussion Schülerinnen und Schüler von Phil Holstein, Robert Schiller, Maier Bros, KSG Zeitz und viele mehr sozusagen zum bunten Ensemble der Zeitzer Stadtoper „Stimmen“.
Los geht es am Samstag, den 03. Oktober um 18.30 Uhr, wenn das Vogelhorn vom Rathausturm die ersten Töne zur Stadtoper liefert und diese damit eröffnet.
18:35 Uhr
Gruppe 1 (Percussion) bewegt sich vom Neumarkt über die Kramerstraße zum Rossmarkt.

18:40 Uhr
Gruppe 2 (Blasinstrumente) bewegt sich vom Rossmarkt Richtung Ecke Kramerstraße und trifft auf Gruppe 1.

18:45 Uhr
Gruppe 3 (Gesang) startet im Osten der Braustraße Richtung Westen und trifft auf Gruppe 1 und 2. Gruppe 1-3 läuft über die Judenstraße zum Altmarkt.

18:50 Uhr
Gruppe 1-3 trifft auf dem Altmarkt ein. Gruppe 4 (Ukrainischer Chor) befindet sich auf der Treppe des Rathauses. Die Gruppen 1-4 erklingen im Zusammenspiel.

19:00 Uhr
Es finden mehrere musikalische Höhepunkte auf dem Altmarkt statt.

19:35 Uhr
Gesamter Marsch bewegt sich über Brüderstraße entlang zur Baderstraße. Das Orgelspiel im Franziskanerkloster wird visuell nach Außen übertragen.

19:40 Uhr
Ein Chor ertönt aus den Fenstern der alten Stadtbibliothek. Die Gruppe läuft weiter über die Rahnestraße bis zum ZEKIWA-Areal

20:00 Uhr
Marsch über das ZEKIWA-Areal mit Höhepunkt vor dem ehemaligen Verwaltungsgebäude.

20:30 Uhr
Finale in der Nikolaikirche mit weiteren Akteuren wie dem GSG Chor, dem Ukrainischen Chor, dem Cellist Stefan Köhler, dem Gospelchor Celebrate Zeitz und der Band NEWSEUM.

Trommeln werden durch die Gassen ziehen. Chöre werden singen. Motoren werden Teil der Komposition. Auf dem Altmarkt treffen Stimmen und Geräusche aufeinander. Vielleicht wird es manchmal harmonisch. Vielleicht überraschend. Vielleicht sogar chaotisch. Aber genau das könnte der spannendste Teil sein. Man muss hingehen und zuhören, um es zu erfahren.

ANREISE & PARKPLÄTZE
ZUG
Wir empfehlen die Anreise mit der Bahn. Erfurter Bahn von Leipzig oder Gera (stündlich)

PKW
A9 Abfahrt Weißenfels oder Naumburg
A4 Abfahrt Gera/Kreuz Gera

Parkplätze
Stephanstraße Parkplatz, um das ZEKIWA-Areal herum

Toiletten befinden sich auf dem ZEKIWA-Gelände