Ausstellungseröffnung Saul und die Distel – Von Berlin nach Telgte
Samstag - 12. September 2026
ab 15:30
Bad Köstritz, Heinrich-Schütz-Straße 1
Heinrich-Schütz-Haus
KöstritzKöstritz
© Radierung von Max Liebermann

Mit dieser Sonderausstellung setzt das Heinrich-Schütz-Haus Bad Köstritz einige Schlaglichter auf die Wiederentdeckung und Rezeption von Heinrich Schütz:

 1834 erschien „Johannes Gabrieli und sein Zeitalter“ von Carl von Winterfeld. Im zweiten Band waren Noten abgedruckt, die die „Blüthe heiligen Gesanges im sechzehnten und … dem folgenden Jahrhunderte“ belegen sollten. Darin findet sich auch „Saul, Saul, was verfolgt du mich“, eine außergewöhnliche und einzigartige Komposition von Heinrich Schütz. Die Noten fielen Johannes Brahms in die Hände und mit seiner Wiener Singakademie hat er 1864 in einem „historischen Konzert“, einem Konzert nur mit Alter Musik, dieses Werk aufgeführt. Es ist auch das erste Werk von Heinrich Schütz, das auf Schallplatte eingespielt wurde. Winterfeld ist es zu verdanken, dass die Schütz-Rezeption an dieser Komposition festzumachen ist. Singebewegung und Laienmusizieren sowie Kurse für Alte Musik machten Schütz weiter bekannt und beliebt.

1979 erschien das „Treffen in Telgte“ von Günter Grass, ein Treffen der größten und bedeutendsten Schriftsteller des Barock. Hier tritt Heinrich Schütz als „graue Eminenz“ auf, rührend umsorgt von seinem Vetter Heinrich Albert. Rund um eine Distel sitzen die Dichter beieinander, um über die historisch-politische Lage, den Fortgang der Dichtkunst und die großen Fragen der Zeit zu beraten. Beeindruckend wie Grass die Charaktere trifft und uns in die Zeit des „Großen Krieges“ entführt. Grass beschwört nicht nur die „Alte Zeit“ herauf, sondern setzt auch der Schriftstellerszene seiner Zeit und der Gruppe 47 ein literarisches Denkmal.

Schauen wir welche Literaten sich in Telgte fiktiv trafen, wo sie herkamen und was sie beitrugen. Und machen wir uns auf den Weg zur ersten Klangeinspielung eines Werkes von Heinrich Schütz: „Saul, Saul, was verfolgst du mich“. Mit alten und neuen Einspielungen, mit Zitaten und vielen Bildern lassen wir in der Ausstellung die letzten rund 200 Jahre Schütz-Rezeption Revue passieren.

Die Ausstellung ist bis 22. November 2026 zu sehen.