Das 28. Heinrich Schütz Musikfest vom 2. - 11. Oktober 2026 mit einzigartigen Live-Erlebnissen zwischen Alter und Neuer Musik
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Auf den Spuren von Heinrich Schütz: Das 28. Heinrich Schütz Musikfest beginnt am 2. Oktober 2026 und bietet zehn Tage lang
einzigartige Live-Erlebnisse zwischen Alter und Neuer Musik – auch in Ost-Thüringen.

Wie heutig ist die Musik von Heinrich Schütz? Dieser Frage widmet sich das Heinrich Schütz Musikfest 2026, das am 2. Oktober in Dresden feierlich eröffnet wird und bis zum 11. Oktober unter dem Titel „Spurensuche. Anstoß und Aufbruch“ in Dresden, Bad Köstritz, Gera, Weißenfels und Zeitz die Rezeption, das Nachleben und die Wirkungsgeschichte des Werks und der historischen Figur Heinrich Schütz‘ zum gestaltenden Gedanken macht.

Das einzige überregionale Festival, das dem Barockkomponisten Heinrich Schütz (1585–1672) gewidmet ist, wird veranstaltet von der Mitteldeutschen Barockmusik in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen e.V. (MBM) in Zusammenarbeit mit ihren Kooperationspartnern in den Schütz-Orten Mitteldeutschlands. Auf dem Programm stehen Konzerte, Vorträge, Ausstellungen und Führungen ebenso wie musikalische Gottesdienste und Vespern. Tickets sind im Vorverkauf erhältlich.

Interimsintendant Gerd Amelung schreibt weiteres Kapitel der Wirkungsgeschichte von Schütz

Der Cembalist Gerd Amelung schreibt 2026 als Interimsintendant des Heinrich Schütz Musikfests ein weiteres, lebendiges Kapitel der Wirkungsgeschichte des frühbarocken Meisters. Er hat vier Schwerpunkte gewählt, die die 28. Ausgabe des Heinrich Schütz Musikfests sowohl in der aktuellen musikwissenschaftlichen Forschung und historisch informierten Aufführungspraxis verwurzeln als auch neue und inspirierende Gestaltungs- und Erfahrungsräume eröffnen.

„Spuren“ folgt Schütz als Lehrer und Kollege, „Export“ begleitet seine Musik in die europäische Nachbarschaft. „Renaissance“spürt der Wiederentdeckung im 19. und 20. Jahrhundert nach und „Experiment“ erkundet, wie Schütz heute weitergedacht wird. Rund 40 Veranstaltungen zeigen Schütz’ Musik nicht als museales Erbe, sondern als lebendigen Kosmos.

Vokalensemble THE PRESENT ist artist in residence

Als artist in residence wird das Berliner Solistenensemble THE PRESENT das Heinrich Schütz Musikfest 2026 maßgeblich prägen. Mit vier Programmen und unbändiger Experimentier- und Spielfreude erkunden die Sängerinnen und Sänger um die künstlerischen Leiterinnen Hanna Herfurtner, Amélie Saadia und Olivia Stahn in sechs Konzerten den musikalischen Kosmos um Heinrich Schütz. Das solistische Vokalensemble zeichnet sich durch seine konzeptuellen Programme aus und verschränkt bewusst Alte und Neue Musik miteinander. Dadurch entstehen genreübergreifende, oft performative, witzige und unakademische Konzertformate, die experimentelle Elemente integrieren und stilistische Grenzen bewusst überschreiten.

Das Programm für Bad Köstritz und Gera👉🏻

artist in residence kommt zweimal nach Bad Köstritz

THE PRESENT kommen in der Festivalwoche für zwei Konzerte in Schütz‘ Geburtsstadt Bad Köstritz – am 7. Oktober zu einem geselligen Abend im Besucherzentrum Dreiseitenhof der Köstritzer Schwarzbierbrauerei und am 11. Oktober zum krönenden Abschluss des Heinrich Schütz Musikfests 2026.

Schützling. Ein geselliger Abend in der Klangwelt des jungen Heinrich
07.10.2026, 18.30 Uhr, Besucherzentrum Dreiseitenhof der Köstritzer Schwarzbierbrauerei, Bad Köstritz

In einem Gasthaus stimmt jemand zwischen Reisenden und Zechern das Volkslied „Ich stund an einem Morgen“ an. Die vielfach vertonte Weise erzählt vom Aufbruch und Abschied, von einem Knaben, der hinaus in die Welt zieht. Wer ihm folgt, taucht ein in die musikalische Vielfalt der Schütz-Zeit zwischen Trinklied und geistlichem Gesang. THE PRESENT spürt in „Schützling“ der kindlichen Wahrnehmung des Gastwirtsohns Heinrich Schütz nach, die sich gleichermaßen für ein einfaches Volkslied wie für die hochkomplexe Musik der Renaissance begeistern kann. Die Sänger:innen begleiten sich bei dieser Spurensuche durch ganz frühe Inspirationsmomente selbst mit Instrumenten aus dem Kinderzimmer. In uriger Brauhausatmosphäre erklingen Werke von Hassler, di Lasso, Aleotti, Janequin und anderen.

Abschlusskonzert: Il Vasto Mar. Aus dem sicheren Hafen auf zu neuen Ufern

11.10.2026, 17.00 Uhr, Kirche St. Leonhard, Bad Köstritz

Mit dem Madrigal „Vasto Mar“ setzte Heinrich Schütz seinem Gönner Landgraf Moritz von Hessen 1611 ein klingendes Denkmal. In die Musik voll Jubel, Friedensbitten, Tränen und Hoffnung taucht Komponist Moritz Gagern (*1973) ein, hat Schütz' kompositorische Prinzipien behutsam aufgegriffen, sie verwandelt und eigene Stücke geschrieben, die in direktem Dialog mit dem alten Meister stehen. Einige Werke aus Schütz‘ Œuvre erklingen im Original, andere werden für die achtstimmige Besetzung von THE PRESENT neu gedacht – auf eine Weise, die bisher ungehört geblieben ist. Entstanden ist „Tuch der Meere“ – eine Komposition, die Vielfalt, Bandbreite und Offenheit repräsentiert. Mit Gagerns Auftragswerk für das Heinrich Schütz Musikfest erklingt nach der Eröffnung in Dresden auch im Abschlusskonzert eine Uraufführung.

Das Abschlusskonzert zum Heinrich Schütz Musikfest 2026 in Bad Köstritz wird vom Mitteldeutschen Rundfunk mitgeschnitten und nach jetzigem Planungsstand am 30. Oktober 2026 bei MDR KULTUR ausgestrahlt.

Weitere Residenzkonzerte von und mit THE PRESENT sind in den nahegelegenen Städten Weißenfels und Zeitz sowie in Dresden zu erleben.

Weitere Konzerte in Bad Köstritz und Gera

Der Herr ist mein Licht

04.10.2026, 15.30 Uhr, St. Marienkirche, Gera-Untermhaus (14.30 Uhr Einführung)

Heinrich Albert trat 1631 nach einer fast zehnjährigen Lehrzeit bei seinem Vetter Heinrich Schütz eine Stelle als Organist in Königsberg an. Trotz der Entfernung zwischen der preußischen Handelsstadt und der Residenzstadt Dresden riss der Kontakt nie ab. 1634 holte Schütz, der als Gastmusiker am dänischen Hof weilte, Albert nach Kopenhagen, wo er an der musikalischen Ausgestaltung der Hochzeitsfeierlichkeiten von Kronprinz Christian mit Magdalena Sibylle von Sachsen beteiligt war. Aus den Impulsen seines Lehrers entwickelte Heinrich Albert eine eigene, unverwechselbare Klangsprache, die insbesondere in seinen Liedern auf die Gedichte von Simon Dach zum Tragen kam. In geistlichen und weltlichen Werken lassen Heidi Maria Taubert (Sopran), Florian Sievers (Tenor) und das Johann Rosenmüller Ensemble unter der Leitung von Arno Paduch die beiden Vettern ein Zwiegespräch halten und zeichnet Schütz‘ Spuren in den Norden nach.

Arno Paduch, Gründer und Leiter des Johann Rosenmüller Ensembles, nähert sich Heinrich Schütz und Heinrich Albert nicht allein vom Schreibtisch aus: Als Zinkenist und Dirigent kennt er die Werke beider Vettern aus dem Innern der Aufführung. In seiner Einführung vor dem Konzert zeichnet er ab 14.30 Uhr nach, wie sich aus der Lehre bei Schütz eine eigenständige Klangsprache entfalten konnte – und welche Spuren dieser künstlerischen Verwandtschaft noch heute in der musikalischen Praxis greifbar sind. Als Präsident der Internationalen Heinrich-Schütz-Gesellschaft, die 2025 in Gera mit dem Internationalen Heinrich-Schütz-Preis ausgezeichnet wurde, bringt Paduch dabei eine besondere Vertrautheit mit dem Werk und seiner Überlieferung mit.

Ich werde nicht sterben

09.10.2026, 19.30 Uhr, Kirche St. Leonhard, Bad Köstritz

Kaum ein anderer Komponist des 17. Jahrhunderts beeinflusste so viele Schüler wie Heinrich Schütz. Sie trugen als Kapellmeister und Kantoren sein Erbe in Kirchen, Schulen und Residenzen, nahmen bedeutende Stellen ein und prägten später oft selbst eine Enkel- und Urenkelgeneration nach Schütz. In den Werken seiner Nachfolger hallt der frühbarocke Komponist weit über seine eigene Zeit hinaus. Die lautten compagney BERLIN unter der Leitung von Wolfgang Katschner, seit vier Jahrzehnten in der Musik des 17. Jahrhunderts zuhause, verdeutlicht gemeinsam mit Frieda Jolande Barck (Sopran) und Georg Poplutz (Tenor) den stilistischen Weg der Schüler von Heinrich Schütz. Es erklingen Werke von Heinrich Schütz, seinen Schülern und Nachfolgern Gabriel Mölich, Christoph Bernhard, Johann Theile, Andreas Hammerschmidt und anderen.

RE:SCHÜTZ

10.10.2026, 19.30 Uhr, Bühne am Park, Gera

Alte Musik ist ein lebendiger Prozess der kontinuierlichen Weiterentwicklung, Resonanz und Inspiration. Der fein ausgearbeiteten Form der Musik von Heinrich Schütz, Dietrich Buxtehude und Zeitgenossen fügt die Klang- und Performance-Künstlerin Thea Sotieine aufregende Dimension hinzu. Ihre digital transformierte Stimme tritt in den Dialog mit dem barocken Erbe. Soti macht ihre elektronisch erweiterte Stimme zu einem Schwingungsraum, der die Alte Musik aufnimmt, reflektiert und neu gestaltet. Diese Interaktion zwischen
Paper Kite, einem aufstrebenden Spezialensemble für Barockmusik, und einer Live-Electronic-Künstlerin ermöglicht ein frisches Hören – und lässt in einer Live-Session mit bekannten und unbekannten Schätzen aus Schützens Werk Details hörbar werden, die der klassischen Interpretation verborgen bleiben.

Alte Musik für Junge Ohren

Schüler:innen und Schüler sind am 5. Oktober (Bad Köstritz, schulinterne Veranstaltung) und 6. Oktober (Zeitz; Anmeldung erforderlich) eingeladen, mit dem Ensemble La Rubina eine musikalische Reise in die Antike zu unternehmen. „OHRpheus“ heißt die neue Produktion der Expert:innen für Alte Musik. Mit Witz und wunderschöner Musik erzählt das Ensemble La Rubina die weltberühmte antike Sage von Orpheus – bekannt auch aus Claudio Monteverdis Oper L'Orfeo – als lebendiges Musiktheater für die jüngsten Festivalbesucher. Die Kinder tauchen tief in die Geschichte ein: Als Hirten, Nymphen oder Geister der Unterwelt gestalten sie singend einzelne Szenen mit.

Begleitprogramm in Bad Köstritz

Das Köstritzer Musikfest-Programm wird u.a. ergänzt durch das traditionelle Wandelkonzert zum Schütz-Geburtstag (08.10.2026, 18.30 Uhr), eine Führung durch die neue Sonderausstellung „Saul und die Distel“ im Heinrich-Schütz-Haus (03.10.2026, 15.30 Uhr) sowie an selbem Ort die beliebte „Musikalische Museumsrunde“ mit einem Vortrag von Prof. Dr. Silke Leopold zum Thema „Alte Musik im 19. Jahrhundert“ (06.10.2026, 14.00 Uhr).

Weitere Informationen, das ausführliche Programm sowie Tickets für das Heinrich Schütz Musikfest 2026 gibt es im Internet unter www.schütz-musikfest.de.

Kartenvorverkauf zum Heinrich Schütz Musikfest 2026

Eintrittskarten für die Veranstaltungen zum Heinrich Schütz Musikfest 2026 sind im Vorverkauf erhältlich. Neben normalen Tickets und Ermäßigungen (u.a. für Studierende, Auszubildende, Schwerbeschädigte) gibt es auch in diesem Jahr wieder besondere Angebote:

1.     Schülerinnen und Schüler zahlen mit dem „Junior!_Ticket“ nur 7 Euro.

2.     Mit dem „PlusEins!_Ticket“ kostet der Eintritt für einen Erwachsenen und ein Kind (bis 18 Jahre) nur 22 Euro.

3.     Wer mit einer größeren Gruppe unterwegs ist oder mehrere Konzerte besuchen möchte, für den lohnt sich das „10_für_6“-Angebot: ab sechs Karten in einem Bestellvorgang gibt es für Eigenveranstaltungen des Musikfestes 10 Prozent Rabatt auf den Ticketpreis.

Tickets sind online über die Internetseite des Heinrich Schütz Musikfests www.schütz-musikfest.de sowie an allen Reservix-Vorverkaufsstellen erhältlich. Im Heinrich-Schütz-Haus Bad Köstritz und in der Gera Information kann man ebenfalls Tickets erwerben.